Betreff
Radwegeverbindung zwischen St. Jöris und Kinzweiler
hier: CDU-Antrag "Radweg entlang der Merzbachstraße", SPD-Antrag "Instandsetzung von Radwegen"
Vorlage
260/21
Art
Kenntnisgabe öffentlich

Auf den Ausbau einer zusätzlichen Radwegeverbindung zwischen St. Jöris und Kinzweiler wird momentan verzichtet. Stattdessen erfolgt die Instandsetzung der bereits bestehenden Radwegeverbindung (Route A) im Bereich des Golfplatzes.

 

 

Ausgangslage

 

Sowohl im Antrag der CDU-Stadtratsfraktion „Radweg entlang der Merzbachstraße“ als auch im Antrag des SPD-Ortsvereins Eschweiler-Kinzweiler vom 06.06.2021 „Instandsetzung von Fahrradwegen“ werden verschiedene Vorschläge zu möglichen Radwegeverbindungen zwischen St. Jöris und Kinzweiler unterbreitet. Anlässlich dieser Anträge wurden seitens des Fachamtes die möglichen Optionen geprüft. In Anlage 1 wurden die verschiedenen Radwegeverbindungen dargestellt, sie werden nachfolgend erläutert und bewertet:

 

 

Route A

Bereits heute existiert eine Radwegeverbindung zwischen St. Jöris und Kinzweiler, sie verläuft vom Georgsweg über den Golfplatz (ca. 375 m) zur Wardener Straße und ist Bestandteil des Radwegenetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (vgl. Anlage 2) als Verbindung zwischen den Knotenpunkten 78 (westlich St. Jöris) und 79 (Hehlrath Oberstraße). Der Weg ist sowohl mit einer wassergebundenen Decke als auch mit Asphalt befestigt. Die wassergebundene Decke bedarf in Teilbereichen (im Bereich des Golfplatzes) einer Instandsetzung.

Anhand der Knotenpunkte können mithilfe der Internetseite www.radroutenplaner.nrw.de (oder mit der zugehörigen app) Radtouren geplant werden, es erfolgt eine Streckenberechnung sowie die Angabe der zu überwindenden Höhenmeter, das Angebot richtet sich in erster Linie an Freizeitradfahrer.

Diese Variante wird u.a. im Antrag des SPD-Ortsvereins Eschweiler-Kinzweiler aufgeführt.

 

Route B

Diese Wegeführung (Vorschlag des SPD-Ortsvereins Eschweiler-Kinzweiler) verläuft zunächst ebenfalls über den Georgsweg, wendet sich im Bereich des Golfplatzes allerdings nach Norden und mündet in der Straße „An der Fahrt“ in Kinzweiler. Route B verläuft auf einer Länge von ca. 500 m über den Golfplatz. Sie ist in weiten Teilen mit einer wassergebundenen Decke befestigt, teilweise handelt es sich um einen „grünen Weg“, d.h. der Weg ist zwar mit landwirtschaftlichen Maschinen befahrbar, für Radfahrer jedoch nicht geeignet. Der Ausbau dieser Wegeverbindung zu einem Radweg würde mit erheblichen Kosten einhergehen.

 

Route C

Die im CDU-Antrag diskutierte Variante parallel zur Merzbachstraße ist mit einem erheblichen baulichen Aufwand verbunden, da diese Straße entlang eines Hangs verläuft. Demnach müsste der Radweg entweder im Einschnitt oder in Dammlage gebaut werden, dies wiederum verursacht erhebliche Bodenbewegungen und mithin erhebliche Kosten. Darüber hinaus ist die Stadt Eschweiler derzeit nicht im Eigentum aller hierfür erforderlichen Flächen, eine zeitnahe Umsetzung ist demzufolge nicht möglich.

Weiterhin ist festzustellen, dass diese Radwegverbindung im Rahmen des Mobilitätskonzeptes (EsKliMo) nicht als Verbindung mit einem hohen Radfahrpotential ausgemacht wurde.

Insgesamt stehen bei dieser Variante, nach Auffassung des Fachamtes, der bauliche und finanzielle Aufwand nicht im Verhältnis zum Ertrag, dem verkehrlichen Mehrwert eines solchen Radweges.

 

Route D

Diese Variante verläuft in der Nähe der Merzbachstraße auf dem heutigen Wirtschaftswegenetz und mündet in der Kalvarienbergstraße nahe der Einmündung in die Pferdegasse. Vor einer Nutzung als Radweg müssten hier großflächig Asphaltarbeiten erfolgen, dies geht mit hohen Baukosten einher. Zudem würde hier ein Konflikt zwischen der landwirtschaftlichen Nutzung und dem Radverkehr entstehen, da diese Wege nach wie vor der Landwirtschaft zur Verfügung stehen müssen. Weiterhin besteht die Gefahr das nach einer umfangreichen Instandsetzung diese Wege auch illegal durch Pkw befahren werden („Schleichverkehre“).

 

Route E

Eine weitere denkbare Verbindung (Vorschlag SPD-Ortsverein Eschweiler-Kinzweiler) verläuft von der Kalvarienbergstraße über das Wirtschaftswegenetz zur Begauer Straße. Auch hier sind umfangreiche Asphaltarbeiten zur Instandsetzung der Wege erforderlich. Der Konflikt zwischen Landwirtschaft und Radverkehr sowie die Gefahr der illegalen Nutzung durch Pkw besteht ebenfalls, zudem verfügt die Begauer Straße (wie auch die Merzbachstraße) nicht über separate Radverkehrsanlagen.

 

 

 

 

Fazit:

Aus Sicht des Fachamtes ist der Ausbau einer zusätzlichen Radwegeverbindung zwischen St. Jöris und Kinzweiler zurzeit nicht erforderlich, da im Rahmen des Mobilitätskonzeptes (EsKliMo) hier kein hohes Radfahrpotential erkannt wurde. Zudem beinhalten die o.a. Varianten B bis E einen hohen Investitionsaufwand und ein gewisses Konfliktpotential (Route D und E) zwischen den unterschiedlichen Nutzern. Die Merzbachstraße stellt zwar die kürzeste Verbindung zwischen St. Jöris und Kinzweiler dar, bietet sich aufgrund der Topographie aber nicht unbedingt als Radroute an. Dennoch ist natürlich die Nutzung der Fahrbahn mit dem Fahrrad gestattet. dies stellt in Anbetracht der geringen Verkehrsbelastung nach Auffassung des Fachamtes ein durchaus vertretbares Risiko dar.

Gleichwohl bedarf die bereits bestehende und mit Wegweisern ausgestattete Radwegeverbindung zwischen
St. Jöris und Kinzweiler (Route A) einer Instandsetzung. Seitens des Fachamtes wird empfohlen, die sanierungs-bedürftige wassergebundene Decke im Bereich des Golfplatzes auf einer Länge von ca. 375 m instand zu setzen, die Kosten hierfür belaufen sich voraussichtlich auf ca. 50.000,- €. Vorbehaltlich der Beschlussfassung wird eine entsprechende Haushaltsmeldung für 2023 erfolgen.

 

Hinweise von Ortskundigen auf mögliche Radwegverbindungen sind für das Fachamt hilfreich, da naturgemäß nicht jede potentielle Wegeverbindung im Stadtgebiet präsent sein kann. Daher werden derartige Vorschläge auch stets auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft und sind auch zukünftig willkommen.

Allerdings sollte das Augenmerk zunächst auf die zeitnahe Umsetzung der Maßnahmen des EsKliMo gerichtet werden (vgl. VV432/21 – EsKliMo//Fahrradstraßen). Hier werden momentan die größten Auswirkungen auf die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für Radfahrer gesehen, weswegen eben diese Maßnahmen möglichst zeitnah realisiert werden sollen um weitere Radfahrerpotentiale zu erschließen.

Für die geplante Instandsetzung von Teilbereichen der Route A werden voraussichtlich Finanzmittel in Höhe von ca. 50.000,-€ benötigt, diese Mittel werden seitens des Fachamtes für 2023 zusätzlich bei dem beim Produkt 125410101 – Gemeindestraßen geführten Sachkonto 09110002, IV 19AIB009  – Maßnahmen des Mobilitätskonzeptes angemeldet.

Die geplante Instandsetzung des Radweges bindet Arbeitskraft bei der Abteilung für Straßenbau und Verkehr.