Betreff
Netzwerk "Flügelschlag-Starke Kinder an der Inde"-aktueller Sachstand und weitere Planung
Vorlage
057/15
Art
Kenntnisgabe öffentlich

Der Sachverhalt wird zur Kenntnis genommen.

 

Kinderarmut ist ein Problem mit vielschichtigen Ursachen. Kommunale Netzwerke bieten hier eine Plattform, um dabei das Problem von allen Seiten zu beleuchten. So entstehen Möglichkeiten für übergreifende Kooperationsbeziehungen vor Ort und kommunale, familienpolitische Handlungsmöglichkeiten. Der Begriff der Kinderarmut ist dabei weitreichend zu verwenden; er umfasst nicht nur die finanzielle Not, sondern auch fehlende Teilhabe an Bildung, Kultur und sozialen Aktivitäten.

Seit 2013 besteht nun in Eschweiler das Netzwerk „Flügelschlag – Starke Kinder an der Inde“, das mit dem Ziel gegründet wurde, Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Kinder und ihre Eltern zu initiieren. Gefördert wird dieses Netzwerk dabei durch den Landschaftsverband Rheinland (vgl. Verwaltungsvorlage 245/12).

Vom Jugendamt koordiniert und fachlich begleitet, haben sich im Rahmen des Netzwerkes zahlreiche in Eschweiler ansässige Organisationen zusammengeschlossen, um armutsbetroffenen und armutsgefährdeten Kindern sowie ihren Familien die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu erleichtern. Dem Netzwerk gehören neben vielen ansässigen Wohlfahrtsverbänden und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe (mit ihren jeweiligen Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Offenen Ganztagseinrichtungen) auch beispielsweise Einzelpersonen und politische Parteien an.

 

Wie ist das Netzwerk organisiert?

Mit Blick auf eine vielfältige Förderung der Kinder in Eschweiler wurden Arbeitsgruppen zu folgenden Handlungsfeldern gebildet:

„Soziales und Gesundheit“, „Bildung“, „Kultur, Sport und Freizeit“ sowie „Alleinerziehende“.

Wichtiges Kerninstrument ist die Steuerungsgruppe des Netzwerkes, die sich aus den Moderatoren der Unterarbeitsgruppen und dem Jugendamt zusammensetzt. Hier erfolgt eine Bündelung der Informationen aus den Arbeitsgruppen über bereits bestehende Angebote, ermittelten Bedarfen, den geplanten Projekten und Ergebnissen der Arbeitstreffen. Schwerpunkte und Ziele werden festgelegt und Entscheidungen zu geplanten Projekten getroffen. Dies sichert den Informationsaustausch sowie den Aufbau einer methodischen und passgenauen Angebotsstruktur.

Damit ein Netzwerk grundsätzlich funktioniert, bedarf es einer Netzwerkkoordination, die die Prozesse steuert, Planungen mit abstimmt und gemeinsam den Fortgang des Projektes festlegt. Diese Koordinationsstelle ist mit einem Beschäftigungsumfang von 50% beim Jugendamt angesiedelt.

Durch den Weggang von Herrn Wilhelm Haustein zum 31.10.2014 hat sich hier eine personelle Veränderung ergeben; seit dem 01.01.2015 ist Frau Dorothea Kohlen als Netzwerkkoordinatorin tätig. Zudem ist sie mit einem Umfang von 50% an einer Grundschule in Eschweiler als Schulsozialarbeiterin beschäftigt.

 

Aktueller Sachstand

Zwischenzeitlich ist festzustellen, dass sich die Netzwerkstruktur als effektiv und die Handlungsfelder als sinnvoll erwiesen haben. Die Steuerungsgruppe sowie die Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig. Fast alle Arbeitsgruppen verzeichnen zwar einen Mitgliederschwund, aber die aktiven Mitglieder arbeiten sehr engagiert und motiviert. Zahlreiche Projekte wurden initiiert und erfolgreich durchgeführt. Hierzu zählen beispielsweise Tauschbörsen, verschiedentliche Freizeitangebote, Aktionstage, „Gesund Genießen“ (Obstgutscheine für Kindertagesstätten/Tagesmütter) und die Projektidee zu den Familienpatenschaften (siehe Anlage 1). Für einige Projekte wurden eingegangene Spenden verwendet; zudem wurden durch Netzwerkpartner auch eigene Mittel wie z.B. Räumlichkeiten und personelle Ressourcen eingebracht.

Gewinnbringend bewerten die Akteure auch die Kontakte, die durch das Netzwerk entstanden sind und den guten Informationsfluss. Seit Juli 2014 werden die Netzwerkakteure alle zwei Monate durch einen gemeinsamen Newsletter mit dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ über Ergebnisse der Netzwerke, Angebote und Projekte informiert.

Die Spenden für „Flügelschlag - Starke Kinder an der Inde“ sind zudem als Indikator für ein positives Ansehen des Netzwerkes in der Bevölkerung anzusehen. So gingen 2014 beispielsweise Spenden in Höhe von 7530,- € ein.

 

Weiterentwicklung des Netzwerkes

Das Netzwerk befindet sich inzwischen im dritten Jahr seiner LVR-Förderung, die am 31.07.2015 enden wird. Dies bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Stelle der Netzwerkkoordinatorin nicht mehr durch den Landschaftsverband Rheinland finanziert wird.

Die regelmäßigen Treffen der Arbeitsgruppen und der Steuerungsgruppe zeigen aber, dass sich die Arbeit der Netzwerkpartner positiv entwickelt hat. Es sind gute Kooperationen entstanden, die weitergeführt werden sollten, um ein Aufwachsen im Wohlergehen für die Kinder in Eschweiler zu ermöglichen und Präventionsketten zu schließen. Diesbezüglich erscheint auch eine Verknüpfung mit dem Netzwerk „Frühe Hilfen“ mit teilweiser überschneidender Zielsetzung sinnvoll und bei der weiteren Planung zu berücksichtigen (vgl. Verwaltungsvorlage 148/14).

 

Konkret wurde durch die Mitglieder der Steuerungsgruppe beschlossen, dass nun die weitere Konzeptentwicklung anhand folgender Fragestellungen an die Unterarbeitsgruppen erfolgen soll:

Welche Ideen/ Projekte sollen noch bis zum Projektende realisiert werden?

Welche Ideen/ Projekte sollen über das Projektende hinaus fortgeführt werden?

Was benötigen die Arbeitsgruppen und Netzwerkpartner für eine kontinuierliche Netzwerkarbeit?

Das daraus entwickelte Konzept soll dann zunächst in der Steuerungsgruppe und dann in einem „großen“ Netzwerktreffen vorgestellt werden. Eine Einbindung des Jugendhilfeausschuss erfolgt dann umgehend im Anschluss.

 

Die personelle Änderung in der Netzwerkkoordination hat keine finanziellen Auswirkungen im laufenden Haushalt, da die Mittel bereits bis 31.07.2015 eingeplant sind.

 

Zum 01.01.2015 wurde die Stelle mit dem bisherigen Beschäftigungsumfang neu besetzt.