Betreff
Internationale Kampagne "Fairtrade Towns" von TransFair e. V.
hier: Bewerbung der Stadt Eschweiler als "Fairtrade-Stadt"
Vorlage
521/14
Art
Beschlussfassung öffentlich

Sozialausschuss:

Die Sachverhaltsdarstellung wird zur Kenntnis genommen. Der Sozialausschuss begrüßt und unterstützt die Initiative für eine Bewerbung der Stadt Eschweiler als „Fairtrade-Stadt“.

 

Haupt- und Finanzausschuss:

Die Sachverhaltsdarstellung wird zur Kenntnis genommen. Der Haupt- und Finanzausschuss begrüßt und unterstützt die Initiative für eine Bewerbung der Stadt Eschweiler als „Fairtrade-Stadt“. Die Verwaltung wird beauftragt, den entsprechenden Bewerbungsprozess zu initiieren.

 

TransFair, die Organisation, die das Label „Fairtrade“ vergibt, lobt im Rahmen der Kampagne „Fairtrade Towns“ seit 2009 den Titel „Fairtrade-Stadt“ aus.

 

Seit über 20 Jahren unterstützt TransFair e.V. benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern. Fairtrade verbindet Produzenten und Konsumenten und unterstützt Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter im globalen Süden, damit sie die Armut aus eigener Kraft überwinden, ihre Stellung stärken und ihr Leben selbst bestimmen können.

 

Als gemeinnütziger Verein handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. TransFair e.V. wird von rund 30 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt getragen.

 

Die Mitgliedsorganisationen, darunter Misereor, Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Unicef und die Welthungerhilfe, unterstützen TransFair e.V. mit konkreten Aktionen und tragen die Idee des fairen Handels in ihre Netzwerke.

 

Fairtrade-Produkte

 

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in rund 42.000 Verkaufsstellen, 20.000 gastronomischen Betrieben sowie 1.000 Weltläden. Über 280 Firmen stellen mehr als 4.000 Produkte unter Fairtrade-Bedingungen her. Die Produktpalette ist vielfältig: neben Kaffee, Tee und Säften sind auch Bananen, Schokolade, Reis, Zucker sowie Blumen und Baumwolle aus fairem Handel erhältlich.

 

Der Titel wird an Städte und Gemeinden verliehen, die die folgenden fünf, weltweit einheitlich festgesetzten Kriterien erfüllen:

 

1)       Es liegt ein Beschluss der Kommune vor, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt den Titel „Fairtrade-Stadt“ anzustreben.

2)       Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert.

3)       In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus fairem Handel

angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt.

4)       In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

5)       Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“.

 

Durch die o.g. fünf Kriterien soll nach Möglichkeit eine Breitenwirkung erzielt und noch mehr Bewusstsein für den Gebrauch fair gehandelter Produkte geschaffen werden. Der Kommune kommt eine besondere Vorbildfunktion zu.

Weltweit tragen bereits mehr als 1500 Städte, davon 300 in Deutschland (u.a. die Stadt Aachen, als einzige Kommune der StädteRegion Aachen), den Titel „Fairtrade Town“, in Deutschland wurde die Kampagne durch TransFair im Jahr 2009 gestartet. Kommunen, BürgerInnen und ortsansässige Organisationen tragen durch ihre täglichen Kaufentscheidungen dazu bei, den Absatz von Fairtrade-Produkten zu erhöhen und damit zur Verbesserung der Lebenssituationen der Kleinbauern, -bäuerinnen und ArbeiterInnen in den Ländern des Südens bei. Zurzeit sind deutschlandweit etwa 100 Kommunen im Bewerbungsverfahren.

In Eschweiler wurde bereits die Bischöfliche Liebfrauenschule Eschweiler am 30.11.2013 als Fairtrade-School ausgezeichnet. Die Schule hat das Projekt in vergangenen Jahr dem Bürgermeister und der Verwaltung vorgestellt und dabei angeregt, dass sich die Stadt Eschweiler insgesamt als „Fairtrade-Stadt“ bewirbt. Die angestrebte Auszeichnung soll zum einen als nachhaltige Förderung der sozialen Aspekte eines fairen Handels zu verstehen sein, zum anderen soll das Siegel „Fairtrade-Stadt“ auch als Instrument zur Stärkung des lokalen Handels genutzt werden.   

Die Verwaltung greift diese Initiative auf und schlägt vor, einen entsprechenden Bewerbungsprozess einzuleiten. Zunächst werden mit Unterstützung durch den TransFair e. V. bei lokalen Akteuren (Verwaltung, Citymanagement, Wirteverein, Kirchen, Schulen, Medien etc.) das Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung am Prozess sowie in der später erforderlichen Steuerungsgruppe nachgefragt und angeregt. Eine positive Rückkopplung unterstellt, würde sich dann der Grundsatzbeschluss des Rates, den Titel „Fairtrade-Stadt“ anzustreben, sowie die konkrete Bildung der lokale Steuerungsgruppe, die das weitere Bewerbungsverfahren betreibt, anschließen.

 

Der Sozial- und Seniorenausschuss wird über den Fortgang des Projektes informiert.

   

 

 

In wieweit der Einsatz von „Fairtrade-Produkten“ bei der Stadtverwaltung und Ihren Einrichtungen zu mehr Aufwendungen führt, kann zu Zeit noch nicht festgestellt werden und wäre im weiteren Verfahren zu ermitteln und darzustellen.

 

Die Initiierung des Bewerbungsverfahrens und die weitere Mitwirkung im Projekt wäre durch Mitarbeiter der Verwaltung, insbesondere des Amts 50/Sozialamt, sichergestellt.