BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:278/16  
Aktenzeichen:40
Art:Beschlussfassung öffentlich  
Datum:05.10.2016  
Betreff:Fortführung des aktuellen Betreuungskonzeptes an der Willi-Fährmann-Schule im Schuljahr 2017/18: Offener Ganztag am Teilstandort Stolberg in den Jahrgangsstufen 1-6 und gebundener Ganztag am Hauptstandort Eschweiler für die Jahrgangsstufen 5-10
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Sitzungsvorlage Dateigrösse: 112 KB Sitzungsvorlage 112 KB
Dokument anzeigen: Raumkonzept der Schule für den Ganztag Dateigrösse: 165 KB Raumkonzept der Schule für den Ganztag 165 KB
Dokument anzeigen: Verlängerung der Kooperationsvereinbarung SKF für 17-18 Dateigrösse: 179 KB Verlängerung der Kooperationsvereinbarung SKF für 17-18 179 KB

Die Verwaltung wird beauftragt, die als Anlage 2 beigefügte Kooperationsvereinbarung abzuschließen.

 


Der Schulausschuss befasste sich zuletzt in seiner Sitzung am 01.12.2015 mittels der Verwaltungsvorlage Nr. 381/15 mit der Betreuungskonzeption an der Willi-Fährmann-Schule. Bereits damals wurde der Beschluss gefasst, die bereits vor der Auflösung der Förderschule Talstraße am heutigen Teilstandort der Willi-Fährmann-Schule in Stolberg bestandene OGS-Lösung aufgrund der näher im Sachverhalt der o.a. Verwaltungsvorlage beschriebenen Gründen noch für ein weiteres Jahr fortzuführen entgegen der in § 3 Abs. 3 der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen den Städten Stolberg und Eschweiler, die vom Rat der Stadt Eschweiler am 17.06.2015 beschlossen wurde, getroffenen Regelung, in der Primarstufe an beiden Standorten den offenen Ganztag und in der Sekundarstufe den gebundenen Ganztag sukzessive einzuführen.

 

Nach intensiven Beratungen zwischen Schulleitung, Bezirksregierung und Schulträger war beabsichtigt, zum Schuljahr 2017/18 den flächendeckenden Ausbau des gebundenen Ganztags – wie bereits ursprünglich mit Verwaltungsvorlage Nr. 344/12 zum Schuljahr 2013/14 einmal beantragt wurde – erneut zu beantragen, vor dem Hintergrund damit ein einheitliches Betreuungssystem an der Schule einzuführen und dem positiven Begleitaspekt, dass der Schülerschaft ein für sie völlig kostenfreies Betreuungssystem während der kompletten Schulzeit an der Willi-Fährmann-Schule (WFS) angeboten werden kann. Ungeachtet dessen wäre die Einführung des offenen Ganztags nur in der Primarstufe standortbezogen an der geringen Schülerzahl in der Primarstufe und demzufolge der freiwilligen Bereitschaft zur Anmeldung durch die Eltern gescheitert.

 

Die Schule hatte im vergangenen Jahr 206 Schülerinnen und Schüler insgesamt. Die allg. Prognosen zur Entwicklung der Schülerschaft bei Förderschulen waren bisher eher sinkende Schülerzahlen vor dem Hintergrund der zunehmend umgesetzten Inklusion gewesen. Tatsächlich entwickeln sich die Schülerzahlen zum laufenden Schuljahr 2016/17 steigend. Nach der amtlichen Schulstatistik zum Stand Oktober 2016 werden an der WFS aktuell 231 Kinder beschult, davon 53 im Primarbereich (davon 19 in Eschweiler und 34 in Stolberg).

 

Am 29.09.2016 konfrontiert die stellv. Schulleiterin Frau Seifert den Bürgermeister und die Leiterin der Fachdienststelle damit, dass die Schulkonferenz sich in einem ersten Wahlgang komplett der Abstimmung über die – vorab zwischen Schulleitung, Schulträger und Bezirksregierung vereinbarte - Ausweitung des Ganztags auf die Primarstufe enthalten habe und im zweiten Wahlgang dann nach viel Überredung durch Frau Seifert einstimmig zugestimmt habe.

 

Hintergrund der Zurückhaltung sei zum einen die Unzufriedenheit mit der Umsetzung des Ganztags am Hauptstandort. Dies liege einerseits darin begründet, dass die Kinder – vor allem die mit Förderschwerpunkt E – mit der langen Verweildauer an der Schule überfordert seien und deshalb immer wieder Schulzeitverkürzungen vorgenommen werden müssten. Zum anderen sei die Lehrerversorgung dafür verantwortlich, dass gerade für den Nachmittagsbereich zu wenig Lehrer vorhanden seien, so dass Unterrichtsausfall die Folge sei.

 

Andererseits bestehe eine große Zufriedenheit mit der OGS in Stolberg und die Befürchtung, dass die Abschaffung der OGS zugunsten des gebundenen Ganztags für die Schüler eine Verschlechterung darstelle. In der OGS ist ihre Betreuung täglich gesichert, beim gebundenen Ganztag nur an 3 Tagen und qualitativ wird eine Verschlechterung befürchtet aufgrund der nicht vorhandenen Lehrerressource.

 

Ungeachtet dieser personellen und inhaltlichen Bedenken wies Frau Seifert darauf hin, dass es gerade im Bereich der Primarstufe zu einem hohen Schülerzahlenzuwachs gekommen sei, der sich entgegen der Prognosen ergeben habe, wie eingangs dargestellt. Auch für das nächste Schuljahr 2017/18 werden 227 Kinder insgesamt erwartet, davon 57 im Primarbereich.

 

Vor diesem Hintergrund seien auch die angedachten und zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten für die Mensa an beiden Standorten nicht auskömmlich, andererseits aber auch bis zum 1.8.2017 nicht in ausreichender Form zu schaffen.

 

Frau Seifert erklärte, dass auch ihre persönliche Situation bedingt durch den langfristigen Ausfall des zwischenzeitlich verstorbenen Schulleiters Herrn Eßer nicht die nötigen Freiräume für die konzeptionelle Unterstützung des Ganztags ermögliche, so dass sie sich persönlich auch überfordert sehe, den geb. Ganztag in der im Vorfeld abgesprochenen Form umzusetzen.

 

Sie bat daher die Vertreter der Stadt bei der Bezirksregierung eine Beibehaltung der derzeitigen Situation um ein weiteres Jahr zu beantragen, dh. OGS-Betrieb für die Jgst. 1-6 in Stolberg und kein Angebot für die Primarstufe in Eschweiler, geb. Ganztag in Eschweiler für Jgst. 5-10.

 

Es wurde vereinbart, dass Frau Seifert  kurzfristig eine Übersicht über die Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen vorlegt und das Protokoll der Schulkonferenz. Dies wurde auch zeitnah nachgereicht (siehe Anlage). Darüber hinaus wurde sie aufgefordert, ein konkretes Raumkonzept vorzulegen, dass bei der aktuellen Schülerzahl für die Einführung des geb. Ganztags von Nöten ist. Auch dies ist zwischenzeitlich bei der Verwaltung eingegangen und als Anlage 1 beigefügt.

 

Der Bürgermeister machte ferner deutlich, dass die von der Bezirksregierung geforderte Angleichung der Betreuungskonzepte bereits im vergangenen Jahr um ein Jahr verschoben wurde und die Stadt sowohl gegenüber der Bezirksregierung als auch gegenüber dem Vertragspartner der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung Stolberg sich verpflichtet habe, den Ganztag ab dem Schuljahr 2017/18 zu erweitern. Bei allen Gesprächsteilnehmern bestand Verständnis für die derzeitige Situation der Schulleitung bzw. der Schule und dem aktuellen Anliegen. Allerdings wurde unmissverständlich dargelegt, dass eine weitere Verlängerung um ein weiteres Jahr nach 2018 nicht mehr akzeptabel sei.

 

 

 

Die Verwaltung führte daraufhin am 30.09.2016 ein Gespräch mit Herrn Marx von der Bezirksregierung, um die Situation kurz  - mit dem Focus auf die Schülerzahlenentwicklung und die Raumsituation -  darzustellen. Von der Bezirksregierung wurde in der darauffolgenden Woche mitgeteilt, dass eine Verlängerung der bisherigen Betreuungssituation aufgrund der aktuellen personellen und organisatorischen Randbedingungen akzeptiert werde.

 

Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, die als Anlage 2 beigefügte Kooperationsvereinbarung mit dem SKF e.V. abzuschließen.

 

Aufgrund der entstandenen zeitlichen Engpässe konnte bis zur Fertigstellung der Verwaltungsvorlage noch nicht abschließend mit dem SKF über die Rahmenbedingungen eine abschließende Vereinbarung getroffen werden. Bisher hat der SKF – resultierend aus den Regelungen in Stolberg in der Vergangenheit – einen eigenen Elternbeitrag pauschal festgelegt und diesen auch vereinnahmt, so dass seitens des Schulträgers nur die Landesmittel zusätzlich an den SKF weitergeleitet wurden. Nunmehr ist noch zu klären, ob der SKF bereit ist, diese Regelung noch um ein weiteres Jahr fortzuführen, was aber letztlich auch von der Anzahl der zur Anmeldung gelangten Kinder abhängen wird. Alternativ müssten die Elternbeiträge auf der Grundlage der Satzung der Stadt Eschweiler vereinnahmt und an den SKF weitergeleitet werden. Hierzu wird der Schulausschuss nach Abschluss der Vertragsverhandlungen informiert bzw. ein Beschlussvorschlag unterbreitet.  

 

 


Der gebundene Ganztag würde insgesamt über eine entsprechende Landesförderung finanziert. Die Haushaltsmittel sind im Haushaltsentwurf bei den Produktsachkonten 032210101/41410200 und 50190000 in Höhe von 54.100 € bzw. 53.450 € eingestellt.

 

Aus dem beigefügten Raumkonzept (Anlage 1) für den Standort Eschweiler ergibt sich für das Haushaltsjahr 2017 ein Investitionsvolumen in Höhe von 14.200 € und für das Haushaltsjahr 2018 ein Investitionsvolumen in Höhe von 1.300 €.

 

Im Rahmen des Haushaltsaufstellungsverfahrens wurden durch die Fachdienststelle bei Produktsachkonto 032210101-08110002 Bez.: Betriebs- und Geschäftsausstattung für 2017 insgesamt 13.500 € (IV13BGA006 Ausbau Mensa 11.000 € und IV00BGA017 Allgemein 2.500 €) und für 2018 bei IV00BGA017 2.500 € angemeldet.

 

Es wird davon ausgegangen, dass der geringfügige Mehrbedarf in 2017 in Höhe von 700 € im Rahmen der Haushaltsausführung kompensiert werden kann, zumal es sich hier um Schätzkosten handelt.

Bei Produktsachkonto 032210101-5284 0300 Bez.: Geräte, Ausstattung, Lizenzen unter 410 € besteht nach dem vorliegenden Konzept für 2018 ein Bedarf in Höhe von ca. 2.150 €; entsprechende Mittel wurden im Haushaltsplanentwurf berücksichtigt.

 

Zu der gewünschten Schallisolierung in der jetzigen Lehrküche konnten noch keine Kosten ermittelt werden. Vorbehaltlich einer noch zu erfolgenden verwaltungsinternen Prüfung werden sie ggf.  im Rahmen des Bauunterhalts aufzubringen sein.

 

Darüber hinaus würde der gebundene Ganztag personell komplett aus Landesmittel finanziert hinsichtlich der Personalkosten.

 

Hinsichtlich der erbetenen personellen Unterstützung bei der Essensausgabe wird die Verwaltung prüfen, inwieweit dies über den Caterer – für den Schulträger kostenneutral - sichergestellt werden kann.

 

 


  keine