hier: Aktueller Sachstand zur partizipativen Weiterentwicklung und Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie (Nachhaltigkeitsmanagement)
Der Sachverhalt wird zur Kenntnis genommen.
Im
Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ (GNK) hat die Stadt Eschweiler
zwischen 2015 und 2018 unter Beteiligung der Politik, der Öffentlichkeit, der
Wirtschaft und der Verwaltung die erste Nachhaltigkeitsstrategie (NHS)
entwickelt. Der Rat der Stadt Eschweiler hat diese in seiner Sitzung am
04.12.2018 beschlossen, mit dem Auftrag an die Verwaltung, die geschaffenen
Arbeitsstrukturen und Prozesse zur Weiterentwicklung und kontinuierlichen
Umsetzung der NHS fortzuführen. Zur Vermeidung von Wieder-holungen wird auf die
Ausführungen in den Vorlagen VV 162/18 und VV 250/25 verwiesen.
Die
damals entwickelten Arbeitsstrukturen bzw. Gremien (Koordinationsteam,
Kernteam, Steuerungsgruppe) bilden gemeinsam mit der projektkoordinierenden
Personalstelle das kommunale Nachhaltigkeitsmanagement (NaMa). Gemeinsames Ziel
ist es dabei, die Nachhaltigkeitsstrategie in den kommunalen Arbeitsalltag
dauerhaft zu integrieren. Dieses Nachhaltigkeitsmanagement (NaMa) ist
mittlerweile in zahlreichen Kommunen etabliert. Die Projektkoordination wurde
bereits im Projekt „Global Nachhaltige Kommune“ dem Planungsamt und dort der
Abteilung nachhaltige Entwicklung zugewiesen. Mit Förderung durch das Projekt
„Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in
Strukturwandelregionen“ (KoMoNa) konnte dort eine entsprechende Personalstelle
eingerichtet werden, die derzeit von Frau Ute Bennerscheidt besetzt wird.
Wie
in der Vorlage VV 250/25 ausführlich beschrieben, haben die Gremien ihre Arbeit
aufgenommen. Im Folgenden wird der aktuelle Sachstand zur Kenntnis gegeben.
Der
oben beschriebene Arbeitsprozess wurde wieder aufgenommen und die genannten
Gremien aktiviert:
-
Koordinationsteam: Florian Schoop (Amtsleiter Planungsamt), Eberhard Büttgen
(Abteilungsleiter Nachhaltige Entwicklung) und Ute Bennerscheidt
(Projekt-koordinatorin Nachhaltigkeitsmanagement) übernehmen die
organisatorische und inhaltliche Koordination des Prozesses zur Überarbeitung
der NHS sowie der am Prozess beteiligten Akteure und sind Ansprechpersonen für
diese. Das Koordinationsteam trifft interne Vorabstimmungen für den
Arbeitsprozess des Kernteams und der Steuerungsgruppe und ist gleichzeitig
Mitglied in allen Arbeitsgremien. Vorbereitet wurden eine Vorauswahl der
Handlungsfelder für die Abstimmung im Kernteam, eine Aktualisierung
handlungsleitender Dokumente, die die Stadt Eschweiler bereits erarbeitet hat
und Ergänzungen für die Bestandsaufnahme und Lückenanalyse. Durchgeführt wurden
bereits zwei Kernteamtreffen und eine Steuerungsgruppensitzung (s.u.).
-
Kernteam: Koordinationsteam und weitere verwaltungsinterne Fachleute aus
unterschiedlichen Bereichen der Stadtverwaltung übernehmen Analyse und
fachbereichsübergreifende Planung von Inhalten der Nachhaltigkeitsstrategie und
bereiten diese für die Steuerungsgruppe vor. Vertreten sind: Planungsamt,
Tiefbauamt, Freiraum und Grünordnung, Liegenschaften, Koordination für
kommunale Entwicklungspolitik, Soziale Quartiersentwicklung, Sozialplanung und
Kulturförderung. Durch das Kernteam wurden die Handlungsfelder „Biodiversität
und Umweltschutz“, „Klimaschutz und Klimaanpassung“, „Wohnen und Nachhaltige
Quartiere“ sowie „Bildung und Kultur“ als Schwerpunkte kommunaler Aufgaben
identifiziert und für die Steuerungsgruppe vorbereitet. Intern wird im Kernteam
außerdem das Handlungsfeld „Nachhaltige Stadtverwaltung“ bearbeitet.
-
Steuerungsgruppe: Koordinationsteam, Kernteam und weitere Personen (ca. 30) aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft,
Politik und Verwaltung übernehmen die Überarbeitung der inhaltlichen
Schwerpunkte und Zielsetzungen der Nachhaltig-keitsstrategie als beratendes
Gremium. In der 1. Steuerungsgruppensitzung am 21.05.2026 wurden
strategische und operative Ziele diskutiert und erarbeitet. Lücken in der
Bestandsaufnahme wurden identifiziert und ergänzt.
-
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda
21 NRW e.V. (LAG 21 NRW): Die LAG 21 NRW wurde
mit der fachlichen Begleitung und Moderation des Prozesses beauftragt.
Expertise der LAG 21 NRW ist die langjährige Erfahrung in der
Entwicklung und Aufstellung von Nachhaltigkeitsstrategien (so z.B. auch in
Stolberg). Inhaltliche Abstimmungen finden regelmäßig mit dem Koordinationsteam
statt.
Die
Nachhaltigkeitsstrategie wird im Jahr 2026 fortgeschrieben und soll Ende 2026
dem Rat zum Beschluss vorgelegt werden.
Das
langfristige Ziel ist es, Arbeitsstrukturen im Sinne des wieder aufgenommenen
Nachhaltigkeitsmanagements (Methodik) fortzuführen, damit eine Einbindung der
erarbeiteten Inhalte aus der Nachhaltigkeitsstrategie in den kommunalen
Arbeitsalltag kontinuierlich erfolgt, weiterentwickelt und verbessert wird.
Hierzu ist es sinnvoll, die organisatorische und inhaltliche Koordination des
verwaltungsinternen Prozesses durch eine verwaltungsinterne Ansprechperson
(Projektkoordination Nachhaltigkeitsmanage-ment) sicherzustellen und die
Arbeitsgremien zu erhalten. Die Nachhaltigkeitsstrategie dient in diesem
Prozess als handlungsleitendes Instrument.
Die
Stadt Eschweiler steht mehr denn je vor der Aufgabe, ihre Zukunft nachhaltig zu
gestalten – trotz begrenzter Ressourcen und wachsender Anforderungen. Ein
systematisches Nachhaltigkeitsmanagement mit einer klaren Strategie unterstützt
dabei auf mehreren Ebenen: Es schafft einen verbindlichen Rahmen für politische
Entscheidungen, macht Prioritäten transparent und koordiniert das
Verwaltungshandeln abteilungsübergreifend. Ressourcenschonendes Handeln senkt
langfristig Kosten und stärkt die Haushaltsstabilität. Eine vorhandene
Strategie verbessert zudem die Chancen bei der Einwerbung von Fördermitteln auf
Landes-, Bundes- und EU-Ebene erheblich. Nach außen stärkt sie das Vertrauen
der Bürgerinnen und Bürger und macht die Kommune als Wohn- und
Wirtschaftsstandort attraktiver.
Die
regelmäßige Fortschreibung der Strategie sichert dabei die Handlungsfähigkeit:
Neue Herausforderungen, etwa durch veränderte Förderbedingungen oder
klimatische Risiken, können frühzeitig erkannt und in kommunales Handeln
übersetzt werden.
Keine
Die
Koordination des Prozesses und der Gremienarbeit zur Fortführung der
Nachhaltigkeitsstrategie bindet personelle Kapazitäten in der Abteilung
nachhaltige Entwicklung. Ferner werden personelle Kapazitäten in den am Prozess
beteiligten Fachämtern und Fachabteilungen gebunden.
